Weihnachten. Die Zeit der fröhlichen Lieder, des guten Essens, der Familie, der Geschenke und der Menschen, die sich aus fünf Metern Höhe in den Parlamentssaal werfen.

Glücklicherweise (noch) nicht hier, sondern in a land far, far away, beyond the rainbow, da irgendwo im Osten Europas, wo sich Fuchs und Hase “Gute Nacht!” sagen, in Rumänien.

Nehmen wir doch mal an, wir seien jetzt alle 42, würden A. Sobaru heißen, wären Elektriker, hätten eine Frau und zwei Kinder. Nehmen wir dann weiterhin an, dass eins der Kinder autistisch wäre und wir unser ganzes Einkommen für seine Medikamente ausgeben müssten. Dann würden uns wegen Sparmaßnahmen einer korrupten Regierung auch noch die Hilfsgelder gestrichen werden. In dem Moment könnten wir demonstrieren gehen, eine Initiative starten, einer Partei beitreten, einen zweiten Job annehmen, Geld leihen oder halt durchdrehen. Da die ersten Optionen bestenfalls in einer richtigen Demokratie funktionieren (und oft noch nicht mal dort) und wir leider in einem Staat leben, wo unter Anderem Wahlfälschung als Lappalie abgetan wird, bleibt uns halt nur noch das Durchdrehen.

Also wird halt gesprungen. Und zwar direkt auf die Köpfe deiner heiß geliebten Parlamentarier, gerade wenn der Kanzler seine Rede anfängt. Im Fall wird halt noch “Freiheit!” geschrien, auf deinem T-Shirt steht “Ihr habt die Zunkunft unserer Kinder getötet!”. Schließlich gehst du davon aus, das Ganze nicht zu überleben…

Das Parlament legt dann eine kleine Kaffeepause ein, wartet bis deine lästigen Blutspuren von den Putzfrauen weggewischt werden und führt seine Sitzung fort. All in a day’s work.

Sobaru

(Bildquelle: Antena3)